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Vierzehn Nothelfer

Schon früh galten in der Kirche einzelne Heilige als besonders zuständig in bestimmten (Not-) Situationen. Diese Patronate entstanden oft aus Besonderheiten des Martyriums der Heiligen oder aus ihren Beruf. In den Pest- und Hungerzeiten des 14. und 15. Jahrhunderts entstand in Süddeutschland eine besondere Nothelfergruppe. Die Verehrung dieser 14 Nothelfer breitet sich in Deutschland aus und reichte bis nach Ungarn und Italien. In der Liste gibt es einige regionale Unterschiede. Die weitgehend gebrauchte Liste umfasst:

Achatius, angerufen gegen Todesangst und Zweifel (10.000 Märtyrer - Gedenktag 22.6.)
Ägidius, angerufen zur Ablegung einer guten Beichte (der einzige Nichtmärtyrer der Liste)
Barbara, Patronin der Sterbenden
Blasius, angerufen gegen Halsleiden
Christophorus, angerufen gegen unvorbereiteten Tod
Cyriacus, angerufen gegen Anfechtung in der Todesstunde
Dionysius, angerufen gegen Kopfschmerzen
Erasmus, angerufen gegen Leibschmerzen (Gedenktag 2.6.)
Eustachius, angerufen in allen schwierigen Lebenslagen
Georg, angerufen gegen Seuchen der Haustiere
Katharina, angerufen gegen Leiden der Zunge und schwere Sprache
Margareta, Patronin der Gebärenden
Pantaleon (Panteleimon), Patron der Ärzte
Vitus (Veit), angerufen gegen Epilepsie.

Aufgrund lokaler Patronate werden einigen Heilige ersetzt:
Rochus ersetzt Pantaleon
Nikolaus tritt an die Stelle von Erasmus oder Vitus
Sixtus II. ersetzt Dionysius und
Leonhard tritt an die Stelle von Ägidius oder Cyriakus
Es gibt auch lokale Traditionen, die weitere Heilige als Nothelfer nennen, zum Beispiel die vier Marschälle oder Agatha oder Dorothea.

14 Nothelfer von Anger (Östereich)
Gnadenaltar der Kirche Vierzehnheiligen


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 04-10-14
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